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Home/Newscenter/Überraschung im Süden: Kann Außenseiter Würzburg auch den Favoriten Bayern gefährden?

VorberichteÜberraschung im Süden: Kann Außenseiter Würzburg auch den Favoriten Bayern gefährden?

27. Mai 2024
In der vergangenen Saison war der FC Bayern München im Halbfinale gegen die Außenseiter aus Ulm ausgeschieden, die zuvor den damals amtierenden Meister aus Berlin ausgeschaltet hatten. Nun treffen die Bayern im Halbfinale erneut auf einen Außenseiter, der zuvor den Meister ausgeschaltet hat. Ob das korreliert, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass beide Teams zum ersten Mal überhaupt in einer Playoff-Serie aufeinandertreffen werden – was auch auf das zweite Halbfinale zwischen ALBA BERLIN und den NINERS Chemnitz zutrifft.

Stand: FC Bayern Basketball (1) - Würzburg Baskets (5) 0-0

Titel: München: Deutscher Meister 1954, 1955, 2014, 2018, 2019 - Deutscher Pokalsieger 1968, 2018, 2021, 2023, 2024 / Würzburg:

Die besondere Brisanz: In der vergangenen Saison war der FC Bayern München im Halbfinale gegen die Außenseiter aus Ulm ausgeschieden, die zuvor den damals amtierenden Meister aus Berlin ausgeschaltet hatten. Nun treffen die Bayern im Halbfinale erneut auf einen Außenseiter, der zuvor den Meister ausgeschaltet hat. Ob das korreliert, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass beide Teams zum ersten Mal überhaupt in einer Playoff-Serie aufeinandertreffen werden – was auch auf das zweite Halbfinale zwischen ALBA BERLIN und den NINERS Chemnitz zutrifft.

Duellierten sich die Münchener in der jüngeren Vergangenheit in den Playoffs mit einem Team aus Franken, hieß der Gegner immer Bamberg. Doch in dieser Saison haben die Würzburger dem fränkischen Rivalen den Rang abgelaufen und sich deutlich zur fränkischen Nummer eins gemausert. Das hat auch viel mit Trainer Sasa Filipovski zu tun, den die Würzburger langfristig, bis zur Saison 2026/27, an sich gebunden haben. Und seit Kurzem ist in Wolfgang Heyder eine fränkische Basketballgröße als Gesellschafter an Bord, welcher zuvor jahrelang den Bamberger Basketball geprägt hat und mitverantwortlich für zahlreiche Meisterschaften war. In dieser Saison ein Überraschungsteam der Liga, werden die Würzburger hoffen, dass man auf die erste Halbfinalteilnahme seit 2012 aufbauen kann.

Der Blick zurück: Im Viertelfinale klaute Würzburg das erste Auswärtsspiel in Ulm (78:65) auch dank eines starken MVPs Otis Livingston (22 PTS), der sich in der Crunchtime allerdings verletzte und den Franken im Saisonendspurt nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Ohne den Anführer gerieten die Unterfranken im zweiten Spiel mit 64:100 unter die Räder, konnten die beiden Heimspiele vor emotionaler Kulisse mit 82:79 und 75:72 aber eindrucksvoll gewinnen. München verlor den Auftakt in die Postseason gegen Ludwigsburg in einer wilden Overtime-Schlacht samt Buzzerbeater-Ausgleich von Andi Obst mit 98:102. Danach schlugen die Bayern jedoch mit drei Siegen in Serie zurück und zogen doch noch souverän ins Halbfinale ein.

Status quo: Wie souverän? Im vierten Spiel lagen die Münchener nie zurück, in der vorherigen dritten Partie nur nach den ersten eineinhalb Minuten, in der zweiten Begegnung nur bis zur neunten Spielminute. Das Team von Pablo Laso bewies dabei, in einem Viertel vor allem defensiv die Zügel anziehen zu können.

Die Würzburger hingegen drehten bzw. entschieden die beiden Heimsiege durch eine starke Crunchtime. Die Filipovski-Truppe hat in dieser Saison bereits mehrfach ihre Nervenstärke in engen Spielen bewiesen: Acht von zehn Partien, die mit maximal fünf Punkten Differenz entschieden worden sind, gewannen die Würzburger. 

Was wir bisher gelernt haben: Zach Seljaas war von den vier Halbfinalisten der effektivste Akteur im Viertelfinale (18,0 EFF), Carsen Edwards der beste Scorer (20,3 PPG) – beide allerdings hinter MVP Otis Livingston (25,0 EFF und 20,0 PPG), der nur die erste Partie bestreiten konnte und dann verletzt ausfiel. Aber Livingston war nicht der einzige Aufbau, der im Viertelfinale gefehlt hat – bei München setzten die Guards Sylvain Francisco und Nick Weiler-Babb angeschlagen aus. Kehren beide nun im Halbfinale auf das Parkett zurück?

Kehrt Sylvain Francisco bereits im ersten Spiel gegen Würzburg in die Münchener Rotation zurück? (Foto: Viktor Meshko)

Duelle im Fokus – der Münchener Chef-Frontcourt: Neben Anführer und Kapitän Vladimir Lucic, dessen „Clutch-Gene“ in den kommenden Spielen sicher auch noch gefragt sein werden, stehen dort in Serge Ibaka (2,10 Meter, 120 Kilogramm) und Devin Booker (2,05 Meter, 113 Kilogramm) zwei weitere Leader in der ersten Fünf. Die Bayern haben es dank ihrer langsamen Pace mittlerweile perfektioniert, die physischen Vorteile der beiden Big Men auszuspielen. Ibaka und Booker terrorisieren die Gegner im Low-Post, denn mindestens einer von beiden hat in der Regel ein Mismatch. Ludwigsburg verfügte in Eddy Edigin nur über einen Spieler aus der gleichen Gewichtsklasse, ähnlich sieht es bei den Würzburgern mit Owen Klassen (2,08 Metern, 117 Kilogramm) aus. Backup Max Ugrai (2,01 Meter, 104 Kilogramm) bringt mehr Finesse als Physis mit, Collin Welp (2,06 Meter, 102 Kilogramm) erhielt zuletzt nur Kurzeinsätze. Um im Frontcourt zu bleiben, wird sich Zac Seljaas auf das Matchup mit Vladimir Lucic sicherlich besonders freuen. Der Würzburger Forward ist der emotionale Anführer der Franken und ist für den verletzten Otis Livingston auch als Go-to-Guy in die Bresche gesprungen. In der vergangenen Saison noch in der ProA aktiv, darf sich der 26-Jährige nun mit einem EuroLeague-Veteranen messen. Und Seljaas wird mit Selbstbewusstsein in das Duell gehen, war er doch unter den vier Halbfinalisten der effektivste Akteur im Viertelfinale.

Duelle im Fokus – Highschool-Phänomen gegen College-Star: So quantitativ hoch die Qualität der Bayern anzusehen ist, einer stach im Viertelfinale dann doch heraus: Carsen Edwards erzielte mit 20,3 Punkten pro Spiel die meisten aller Halbfinalisten, beim entscheidenden Auswärtssieg in Ludwigsburg legte der Guard nach der Pause 18 Zähler auf und traf den Dagger-Dreier. Dass sich Edwards auf großer Bühne ins Rampenlicht schießen kann, bewies er in seinem letzte College-Jahr an der Purdue University, als er in vier Partien des NCAA-Turniers zur 34,8 Punkten im Schnitt explodierte. Edwards' Stern ging am College auf, 2018 gewann er den „Jerry West Award“ für den besten Shooting Guard der NCAA, 2019 wurde er ins zweite All-American-Team der College-Liga gewählt. Bei Edwards' Gegenüber sieht dies etwas anders aus: Isaiah Washington war bereits zu Highschool-Zeiten eine große Nummer, wie die Legenden Kenny Anderson, Jamal Mashburn oder Stephon Marbury wurde Washington zum „Mr. New York Basketball“ gewählt. Als Vier-Sterne-Rekrut ging es an die Universität, wo Washingtons steile Karriere erstmals stockte. Auch in der Beletage hat es gedauert, bis Washington Fuß gefasst hat. Nachdem er in der vergangenen Saison in Frankfurt mäßig gestartet war, ist er in Würzburg ein wichtiger Bestandteil der Offensive, die viel auf das Eins-gegen-Eins fußt, erst recht nach dem Ausfall von Livingston.

Die X-Faktoren: Münchens Isaac Bonga und Würzburgs Darius Perry mögen eigentlich auf ganz unterschiedlichen Positionen zuhause sein, dennoch dürften sich die Wege der beiden kreuzen. Bonga bekleidete nach dem Ausfall von Sylvain Francisco und Nick Weiler-Babb die Rolle des Backup-Einsers hinter Leandro Bolmaro, Perry war nach dem Ausfall von Otis Livingston auf der Spielmacherposition gar nicht mehr wegzudenken. Nachdem Perry im dritten Spiel gegen Ulm gar nicht ausgewechselt wurde, nannte Sasa Filipovski seinen Schützling kurzerhand „Robocop“. Sollten die Münchener Point Guards doch fit werden und Bonga vermehrt auf der Drei auflaufen, bliebe es bei einem interessanten Matchup: Dort läuft in Würzburgs Javon Bess der beste Verteidiger der Liga auf, und auch Bonga gehört mit seiner Vielseitigkeit zu einem der stärksten Defensivspieler der Beletage.

Darius Perry hat nun die Zügel der Würzburger Offense in den Händen. (Foto: Viktor Meshko)

Zahlen, bitte: Die Würzburger mussten bereits im Viertelfinale viele Minuten abspulen. In Javon Bess (32:25 Minuten), Darius Perry (32:06 Minuten) und Zac Seljaas (31:07 Minuten) standen drei Akteure im Schnitt über 30 Minuten auf dem Parkett. Perry absolvierte in der dritten Partie sogar die vollen 40 Minuten. Die Franken haben nun zwar einige spielfreie Tage, die Belastung wird jedoch nicht weniger werden, wodurch auch das Verletzungsrisiko steigt.

Die Trainer: Das Standing von Pablo Laso in Europa ist unbestritten: zweimal EuroLeague-Champion, sechsmal spanischer Meister und sechsmal spanischer Pokalsieger mit Real Madrid – das kann sich sehen lassen. In dieser Saison ist der 56-jährige Laso aber erstmals außerhalb seiner Heimat Spanien aktiv. Auf der Gegenseite ist Sasa Filipovski schon ordentlich herumgekommen, was ebenfalls für das Renomee des Slowenen spricht: Vor seiner Station in Würzburg hat der 49-Jährige den serbischen Spitzenclub Partizan Belgrad trainiert, mit dem AS Monaco, Banvit Bandirma, Zielona Gora, Union Olimpija Ljubljana und Lottomatica Rom war er bei zahlreichen anderen europäischen Clubs aktiv und hat auch schon EuroLeague-Erfahrung gesammelt. Unter anderem auch im Duell mit Laso: In der Spielzeit 2012/13 kreuzten sich die Wege bereits zweimal, als Filipovski mit Olimpia Ljubljana in der Vorrunde der EuroLeague auf Lasos Real Madrid traf.

Die Münchener haben derweil zu wenige Minuten, um sie an alle Spieler zu verteilen. Kein Akteur lief im Viertelfinale durchschnittlich über 30 Minuten auf und das, obwohl die Bayern eine Verlängerung spielten und Würzburg nicht. In Sylvain Francisco und Danko Brankovic spielten zwei Importspieler bislang nur kurz bzw. noch gar nicht. Auf den deutschen Positionen hat man in Nick Weiler-Babb (bislang verletzt), Niklas Wimberg und Nelson Weidemann (beide nur Kurzeinsätze) noch drei Nationalspieler in der Hinterhand.

74,8 Punkte hat Würzburg im Schnitt in den vier Viertelfinalpartien gegen Ulm erzielt, weniger als jedes andere Playoff-Team. 22,3 Dreierversuche und 24,3 Freiwurfversuche im Schnitt: Die Bayern haben von allen Playoff-Teams die wenigsten Distanzwürfe versucht, dafür aber die meisten Freiwürfe bekommen.

Die ewige Bilanz: Beide Klubs sind 2011 zusammen aufgestiegen, seitdem gab es 24 BBL-Duelle, von denen die Bayern 20 gewonnen haben. Der letzte Erfolg Würzburgs war ein 90:70-Heimsieg am 02.11.2021, wobei München im Rückspiel mit 92:57 den höchsten Sieg in der Geschichte dieser Paarung einfuhr.

Die Saison-Duelle: Ende Oktober gewann München zu Hause mit 87:64 (Highlights), Mitte April dann in Würzburg mit 90:82.

Die deutsche Welle: Pablo Laso ließ gegen Ludwigsburg eine Neuner-Rotation spielen, wobei er seine deutsche Garde um Isaac Bonga (23:03 Minuten), Andi Obst (21:28 Minuten), Niels Giffey (16:14 Minuten) und Elias Harris (11:22 Minuten) von der Bank brachte. Mit der Erfahrung von 946 BBL-Spielen sorgte gerade diese Aufstellung in brenzligen Phasen für Ruhe und Kontrolle im Münchener Spiel. Würzburg spielte hauptsächlich mit sechs Mann, wobei Max Ugrai (18:19 Minuten) als einziger deutscher Akteur in allen vier Spielen über zehn Minuten auf dem Parkett stand. Julius Böhmer, Felix Hoffmann und Collin Welp wurden von Sasa Filipovski je nach Spielverlauf mal länger und mal kürzer ins Spiel geworfen.

Im Blick des Bundestrainers: Der Pokalsieger weist in Isaac Bonga (34), Niels Giffey (107), Elias Harris (36), Andreas Obst (66), Nelson Weidemann (4), Nick Weiler-Babb (12) und Niklas Wimberg (16) ganze sieben Nationalspieler (darunter drei Weltmeister) und 275 Länderspiele vor – kein anderer Playoff-Teilnehmer kommt auf mehr. Würzburg hat hingegen als einziger Playoff-Teilnehmer keinen Nationalspieler in den eigenen Reihen.

Sonstiges: Apropos Nationalspieler. Wie steht eigentlich Maxi Kleber zur Serie München gegen Würzburg? Schließlich wurde der Power Forward der Dallas Mavericks von 2009-2014 in seiner Geburtsstadt Würzburg ausgebildet, schaffte aber 2017 nach zwei Jahren beim FC Bayern den Sprung in die NBA.

Am Rande der Bande: Bei Würzburg wird wie erwähnt MVP Otis Livingston mit einem Innenbandriss im Knie zuschauen müssen, weswegen wir hier noch mal das Überraschungs-Video mit seinem Vater empfehlen. Der Sohnemann dachte, dass die MVP-Wahlen noch laufen und er von Basti Doreth zu einem Videocall mit den vier Favoriten eingeladen ist. Dann wurde er aber von seinem Vater, berühmter CBS-Sportreporter aus New York, digital überrascht, der ihm eröffnete, dass er der MVP ist – worauf das Würzburger Team reinstürmt und ihm den Award überreicht. Zuerst harte Fragen und dann ganz viel Freude und Tränen auf beiden Seiten des Atlantiks:

Und in der eh schon kurzen Würzburger Rotation waren nach dem vierten Viertelfinale einige weitere Spieler angeschlagen: Owen Klassen (Nacken), Max Ugrai (gebrochene Nase) und Isaiah Washington (Sprunggelenk) werden wohl wieder am Start sein, aber Julius Böhmer, der sich im vierten Viertelfinale einen Kreuzbandriss am linken Knie zugezogen hatte, fällt langfristig aus.

Alte Bekannte: Münchens Co-Trainer Demond Greene hatte seine Profikarriere 1997 in Würzburg begonnen und damals in der legendären Würzburger Mannschaft mit Dirk Nowitzki, Robert Garrett und Marvin Willoughby ein junges Quartett von späteren Nationalspielern gebildet.

Bewegte Bilder: Influencer Sanny hat für Dyn das Rückspiel Münchens in Würzburg besucht und die Stimmung in der tectake Arena getestet. Hier sein Videoblog dazu:

Es ist alles Gold, was glänzt: Vorne kurz, hinten lang. Würden wir einen Wettbewerb ausrufen unter den Spielern der Liga bezüglich der ausgefallensten Frisur, hätte Zac Seljaas mit seinem Vokuhila gute Chancen, ganz vorne zu landen. Wobei Isaac Bonga da auch ein Wörtchen mitreden wollen würde. Der Münchener Flügelspieler trug in der Serie gegen Ludwigsburg blaues Haar und hatte sich zuvor rosa, lila und gelb gefärbt. Von gelb – und das ist nicht an den Haaren herbeigezogen – ist es nicht weit zu gold. Und das passt, denn Bonga gewann im vergangenen Sommer bekanntlich die Goldmedaille und ist … Weltmeister!

Nachschlag gefällig? Jedem, der noch immer nicht genug hat, sei die Kolumne von Stefan Koch ans Herz gelegt, in der unser Experte die beiden Serien analysiert. Würzburg rät er zu einer Zonenverteidigung, München dagegen in der Offense gezielt auf der Eins und der Fünf zu attackieren.

Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Mittwoch ab 20:15 Uhr live bei Dyn übertragen. Dyn ist das Zuhause der Basketballfans. Der Sender strahlt alle Begegnungen der easyCredit BBL, des BBL Pokals sowie Spiele der Basketball Champions League aus. Das umfangreiche Live-Programm im Basketball wird von redaktionellen Formaten ergänzt, die auf der Dyn-Plattform und im Anschluss über die Social-Media-Kanäle von Dyn frei empfangbar sein werden. Dyn ist seit Anfang August über den Webbrowser, Mobilgeräte, Tablets, Streaming-Sticks und Smart-TVs verfügbar. Für Sportfans, von Sportfans. Dyn Basketball. Dein Sender. Dein Sport.

Jetzt hier zu den BBL-Playoffs 48 Stunden lang kostenfrei Dyn testen: klick! Empfohlen von unseren Experten und dem Benzinger: